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Für das Klima, für die Menschen: Es muss endlich gehandelt werden!

Konstantin Wecker


Jörg Alt, Katja Diehl, Prof. Dr. Wolfgang Lucht und Heinrich Stößenreuther haben diese Petition gestartet und richten sie an Olaf Scholz, SPD, Bundeskanzler.

Unsere Generation - unser Job: Aufruf zur gemeinsamen Generationenverantwortung!




Foto: Thomas Karsten


Konstantin Wecker schreibt dazu:


Es muss endlich gehandelt werden!

Und zwar sofort und wirksam, darum geht es in unserem Aufruf.


Seit Jahrzehnten wussten die Eigentümer und Manager der fossilen Energiekonzerne und der Industrie, dass ihre Profite auf der Zerstörung des Klimas und der natürlichen Ressourcen beruhen.


Sie, die sich bereichert haben an der Zerstörung der Welt, wurden bis heute von den Regierungen und der Justiz für diese Verbrechen nicht zur Rechenschaft gezogen.

Wenn jetzt seit Monaten junge und alte Menschen, die sich persönlich übrigens nicht bereichern bei ihren Aktionen und Demonstrationen in Lützerath und überall, eingesperrt und mit immer härteren Strafen verfolgt werden, ist das der eigentliche Skandal, über den wir sprechen sollten. Anstatt die Sendezeit zumindest unserer öffentlich-rechtlichen Medien also mit den nachhaltig anhaftenden immer gleichen Klebefragen zu füllen, wäre es doch wesentlich zielführender und wichtiger, bei den verantwortlichen Politiker*innen, die vor der Wahl großmäulige Versprechungen gemacht haben, darauf zu bestehen, endlich zu handeln: Ein minimaler Anfang wäre Tempo 100 auf den Autobahnen, das neun Euro-Ticket für alle sowie der Aufbau einer intelligenten gesellschaftlichen Mobilität statt einer ökologisch fragwürdigen Luxus-Individual-Elektro-SUV-Zukunft.


Die vielfältigen Aktionen und Demonstrationen der letzten Monate sind der Versuch, Aufmerksamkeit zu schaffen und gesellschaftlich durchzusetzen, dass endlich etwas verändert wird: Wenn die Verantwortlichen ihre Anliegen ernst nehmen würden und handeln anstatt sie einzusperren, müssten viele Klimaaktivist*innen nicht mehr individuell ihre Gesundheit gefährden, indem sie Sorge für das Wohl aller tragen.

Wir, deren Generation die drohende Klimakatastrophe zu verantworten haben bzw. wir, die wir sie bisher nicht verhindern konnten, sollten vor allem die Dringlichkeit und Notwendigkeit des Handelns ernst nehmen.


Als Künstler sage ich, dass es nicht nur darum gehen darf, die Kunst in den nächsten Jahren zu sichern, sondern sie für die Menschheit auch in ferner Zukunft wirklich nachhaltig zu erhalten.


„Wir können die Welt nicht retten, indem wir uns an die Spielregeln halten. Die Regeln müssen sich ändern, alles muss sich ändern, und zwar heute.“

Diese klugen Sätze hat Greta Thunberg vor über drei Jahren auf einer Demonstration in Helsinki gesagt.


Diese Sätze sind radikal und richtig. So einfach ist es und so schwer zugleich: Alles muss sich ändern und zwar sofort. Denn Zeit haben wir keine mehr. Zulange haben zu viele Menschen einfach nur zugeschaut und mitgemacht bei der Zerstörung unseres Planeten. Haben die Spielregeln der Politiker, Wirtschaftsbosse und Militärs unkritisch anerkannt und haben sich nicht engagiert für eine gerechtere Gesellschaft weltweit.


Ständig messen Klimaforscher neue historische CO-2-Höchstwerte. Und längst wissen wir, dass Wissen alleine offensichtlich nicht ausreicht, um daraus die nötigen Entscheidungen zu treffen für ein konsequentes Handeln, um die Erwärmung unseres Planeten zu stoppen. Gerade die Politiker und Politikerinnen dieser Welt wissen seit Jahrzehnten ganz genau Bescheid und haben nichts dagegen getan. Ihr Spiel ist aus. Es reicht – sie haben genug Zeit gehabt. Wir brauchen endlich globale Gerechtigkeit – für unser Klima und für alle Menschen.

Ich werde nicht aufhören zu träumen von einer herrschaftsfreien Welt ohne Krieg und Faschismus, von einer grenzenlosen Welt ohne Patriarchat, Rassismus, Unterdrückung und Ausbeutung. Auf dem Weg dorthin müssen wir uns stark machen für die Rechte aller Menschen. Und gegen die Diffamierung und das Wegsperren von Klima-Aktivist*innen. Wir sollten uns erinnern: 2002 wurden in München alle Proteste gegen den globalen Krieg der Nato-Staaten verboten und zwei Sprecher des Demobündnisses verhaftet und ebenfalls in Unterbindungsgewahrsam gesperrt. Trotzdem haben am nächsten Tag über 10.000 Menschen auf den Straßen Münchens demonstriert. Denn sie können vielleicht unseren Protest verbieten und einzelne oder viele von uns einsperren, aber sie können unseren Protest nicht verhindern, wenn wir es nicht zulassen – also handeln wir jetzt und gemeinsam.


Euer Konstantin


Das Radiointerview in rbb Kultur zum Nachhören:








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